𝐒𝐰𝐞𝐚𝐭 𝐨𝐯𝐞𝐫 𝐆ö𝐩𝐩𝐢𝐧𝐠𝐞𝐧 – 🇨🇦 RIOT CITY tear ya down at Zille
Gig-Review

Riot City sind legendär. Sie sind berühmt für Vollgaskonzerte der feinsten Gangart. HeavyMetal lebt in ihre Performance, ihrer Musik und im Stil ihres Auftritts. Roldans und Cales Gitarren, die sich wunderbar ergänzen, der treibende Bass von Dustin Smith, das Drum Animal Jake und Jordan Gesang sind die fünf Zutaten, die RiotCity zur musikalischen Macht machen.

Wenn nun diese Macht auf 12 Quadratmeter und ein Hinterzimmer mit 60 Plätzen Kapazität stoßen, dann sind wir in der Zille.
Für alle nicht Göppinger: Die Zille ist eine Institution. Sie fördert zusammen mit Vollgasunterhaltung die metallische Kultur im Ländle und haut unerlässlich beste Konzerte im „Hinterzimmer“ raus.
Dass Riot City zum dritten Mal im Hinterzimmer haltmachen, ist sicher kein Zufall. „There is no other Place than Zille“ ist das Motto, das die 5 sympathischen Kandier auf ihrer „Force over Europe“ Tour wieder in die Querstraße brachten.

Wie läuft ein Zille-Auftritt ab. Nach dem Einlass in das Hinterzimmer stellen sich die Besucher artig in 5er-Reihen (mehr Kapazität hat die erste Reihe nicht) in ca. 30 cm Abstand von den Mikrophonen auf. Die Getränke, wie Jacky Cola oder Bier werden vom Publikum per langem Arm direkt auf die Stacks oder neben den Monitor gestellt.
Die Band huscht im Kriechgang durchs Publikum und dann geht es los: Eine Nebelmaschine, 2 Lichteffekte und ein Lautsprecher von vorn: Fertig ist das Metalkonzert.
Was dann beim dritten Riot City Konzert in der Zille folgt, ist unbeschreiblich: Bereits während dem Opener Song „The Hunter“ versorgt Jordan seine Bandmates mit Bier, so dass am Mund der Gitarristen vorbei die erste Lache auf den Boden tropft. Zu der Pfütze kommen im Laufe des Konzerts im gut gedämmten Hinterzimmer Schweiß aus allen Richtungen und weitere Getränke, die den Mund nicht finden.
Die 5 Musiker adeln die Zille Jahr ums Jahr, weil es Ihnen Spaß macht. Roldan versichert @Hard&Live nach dem Konzert, dass es eben ist, wie wenn man in seine eigene Vergangenheit zurückkommt. „Es ist wie im Keller der Schule, wie im Jugendhaus, als wir angefangen haben…“, so der sympathische Gitarrist, der nur ca. 3 Meter links der Kamera des „Fotografen“ stand, aufgrund des Nebels, des geringen Lichts und der Luftfeuchtigkeit aber kaum mehr vom Objektiv erfasst wurde.

Riot City schonen zur großen Freude der Gäste die Zuhörer nicht. Es scheint, dass gerade die schwitzige Enge Publikum und Band anheizen. Es gibt keine Sekunde der Stille – eineinhalbstunden hört man die Gitarren, das Drum oder RiotCity Rufe, die voller Freude angestimmt werden. Nach dem dritten Song „Beyond the Stars“, fragte Sänger Jordan Jacobs, „Wer sieht denn heute Riot City ersten Mal.“ Die rhetorische Frage konnte bereits durch die zahlreichen RC-Shirts zuvor beantwortet werden – fast niemand outetet sich als Ersthörer. Die Meisten waren selbst in der Zille schon beim Riot City gig zuvor und sind teils zusammen aus der Landeshauptstadt und dem Rest des Landes eigens angereist. Das war natürlich nur möglich, nachdem man zu den Glücklichen gehört hatte, die die eines der nach 20 Minuten ausverkaufen Karten erwerben konnten.
Der Gig nahm seinen Lauf – zahlreiche großartige Songs wurden gespielt: Tyrant, Ghost of Reality, Eye oft he Jaguar, Warrior of Time – die Lieder schenken sich nichts. Jeder Einzelne davon ein Meisterwerk – in der Dichte der Zille geriet die Stimmung zum Rausch.
Cale an der Gitarre schloss oft seine Augen, weil er wie im Rausch spielte. Dustin kam immer wieder mit dem Bas nach vorn, um dem agilen Jordan eine Pause zu gönnen. Hinten am Drum wirbelte Jake bei seinem Solo wie das Animal bei den Muppets – mit 3 Sticks – einen davon im Mund.
Wer Iron Maiden mag, der muss Riot City lieben. Wieder spielten sie das unglaubliche „Severed Ties“ (nach eigener Aussage zum dritten Mal in Europa). Welch Lied – welche Hingabe an den Instrumenten. Menschen, die bereit sind 1 Tag beim Openair die alten Maiden zu sehen, sollten sich orientieren und RiotCity supporten: Aber nein: Nicht in der Zille, sonst muss die Innenstadt Göppingens gesperrt werden.
Was macht eine Band, die zusammen eine Einheit mit ihren Fans bildet: Aufhören ist eigentlich keine Option. Da bei der Zille aber „Zucht und Ordnung“ herrscht, ist eigens ein Zettel in der Musiknische, die die Bühne ausmacht, angebracht, auf dem steht: 20:30 Riot City; 21:45 Ende.

So kommt es, wie es sein muss: Nach „In the Dark“ und dem genialen 329 heißt es „See you in Hell“ – der Grim Reaper Band
song reißt alle mit. Frenetisches Singen, Feiern und Freude pur im Hinterzimmer.
Am Ende kann man nur sagen: Alles erreicht: Geniales Konzert, die Zille steht noch, die Diskokugel ist mal wieder abgefallen, alle Freunde gehen glücklich vor die Türe, um mit der Band zu sprechen, Merch in der Gaststätte zu kaufen und noch eine 1-Literkrug Diesel zu trinken.
Danke an RiotCity, alle Freunde der Rockmusik, die Jungs von Axetasy und die Master of Desaster: Vollgas Unterhaltung und den Zille Wirt.

𝐑𝐈𝐎𝐓 𝐂𝐈𝐓𝐘 𝐒𝐞𝐭𝐥𝐢𝐬𝐭, 16. April 2024
The Hunter
Steel Rider
Beyond the Stars
Ghost of Reality
Warrior of Time
Burn the Night
Tyrant
Eye of the Jaguar
Severed Ties
In the Dark
329
See You in Hell

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